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Biodiversitätsberatung unterstützt bei Entscheidungen


Der Naturschutz ist Solveigh Fuchs wichtig. Deshalb setzte sie in der Vergangenheit schon viele Naturschutzmaßnahmen auf ihrem Hof, der Pferdepension Eulengarten nördlich von Reutlingen, um. Als eine weitere Entscheidung hinsichtlich der Bewirtschaftung auf ihrem Hof anstand, wurde sie auf die in Baden-Württemberg geförderte Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung aufmerksam.

Der Hof von Solveigh Fuchs umfasst einen Stall mit Platz für mehr als 30 Pensionspferde, eine Reithalle und rund 18 ha Grünland. Auch Reitunterricht und Ponyreiten für Kinder werden angeboten. Die Betriebsleiterin erzeugt auf ihren Wiesen Heu als Futter für die Pferde. Der Mist wird als organischer Dünger zum Teil auf den eigenen Flächen ausgebracht, ein weiterer Teil geht an eine Biogasanlage. Außerdem gibt sie Pferdemist an Selbstabholer oder Landwirte und Gärtnereien ab. Dass Solveigh Fuchs der Natur- und Umweltschutz auf ihrem Hof sehr wichtig ist, macht sie an verschiedenen Beispielen deutlich.

Bereits beim Kauf des Hofes hat sie sich Gedanken über mögliche Naturschutzmaßnahmen gemacht und bis heute vieles umgesetzt. In einer Kooperation mit einem Umweltbildungszentrum beispielsweise wurden nahe der Hofstelle zwei Hecken gepflanzt, zudem hat Solveigh Fuchs Ansitzstangen für Greifvögel aufgestellt, Nistmöglichkeiten für Hummeln geschaffen und eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten angelegt.

Eher zufällig wurde die Betriebsleiterin auf die Biodiversitätsberatung aufmerksam, recherchierte weiter und kam in Kontakt mit Wolfgang Menner vom „Netzwerk unabhängiger Beratung für Umwelt und Qualität“ (NuBUQ). Sie wollte unter anderem klären, ob in ihrem Betrieb die Verwendung von mineralischen Stickstoff-Düngemitteln wirtschaftliche Vorteile bringt, und damit die Düngung mit Pferdemist sinnvoll ergänzt werden kann. Für die Klärung dieser und weiterer Fragen schlossen Solveigh Fuchs und NuBUQ einen Beratungsvertrag ab, damit die folgende Beratung gefördert werden konnte. An mehreren Terminen im Frühjahr 2016 und im darauffolgenden Jahr kam der Berater auf den Hof. Zuerst schauten sie gemeinsam alle Flächen des Betriebes an. Wolfgang Menner erstellte eine Artenliste der vorhandenen Pflanzenarten. „Ich war überrascht, wie viele verschiedene Pflanzenarten sich auf meinen Flächen etabliert haben“, berichtet Solveigh Fuchs von den Beratungsgesprächen.

Nach Analyse und Einbeziehung der Gegebenheiten auf dem Hof riet ihr Wolfgang Menner, die organische Düngung beizubehalten und auf die Gabe von mineralischem Stickstoff zu verzichten. Dabei spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass dieser Verzicht nach dem „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ (FAKT) förderfähig ist. Bei der FAKT-Teilmaßnahme B1.1 verzichtet der Bewirtschafter darauf, sein Grünland mit mineralischem Stickstoff zu düngen und nutzt in der Folge sein Grünland extensiv. Gedüngt wird organisch. Das Grünland wird zweimal jährlich gemäht. Diese Maßnahme passt in den Betriebsablauf von Solveigh Fuchs. Sie ist in der Folge diese Verpflichtung für fünf Jahre eingegangen und erhält dafür 150 € pro ha und Jahr Förderung.

Die Ergebnisse der Beratung fasste der Berater Wolfgang Menner schriftlich detailliert zusammen und übergab diese zusammen mit der Rechnung für die Beratung der Betriebsleiterin Solveigh Fuchs – damit Beispiel für Beratung bzgl. Finanzierung von Biodiversitäts- bzw. Naturschutzmaßnahmen. „Ich kann die Beratung nur weiterempfehlen“, so Solveigh Fuchs. Vor allem Landwirtinnen und Landwirten, die vor betrieblichen Entscheidungen stünden, könne die Biodiversitätsberatung eine wertvolle Unterstützung bieten, beispielsweise wenn sie eine passende Fördermöglichkeit suchen.

Autorinnen: Franziska Hannig/LEL, Martina Stock/LEL, 03/2018

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