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Nachhaltige Waldwirtschaft (NWW) Teil F - Förderung zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald

Extremwetterereignisse haben den Wäldern mit Dürre, Hitze und Schädlingen stark zugesetzt. Klimaprognosen zeigen, dass sich die gegenwärtige Situation in Zukunft häufiger wiederholen wird. In dieser Situation ist es ein zentrales Ziel, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten und damit die vielfältigen Waldfunktionen im Interesse der Allgemeinheit langfristig und in vollem Umfang sicherzustellen.

Das Ausmaß der Schäden verlangt nach innovativen Konzepten im Bereich der Forstlichen Förderung. Deshalb ist es nicht nur ausreichend, die Beseitigung der Schäden zu unterstützen, sondern auch das Entstehen von Folgeschäden auf ein Minimum zu reduzieren und die Wälder durch gezielte Förderanreize wieder rasch mit geeigneten Baumarten in Bestockung zu bringen.

Für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen die Fördermaßnahmen zur Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald eine wirksame, passgenaue und schnell abrufbare Unterstützung sein. Die Försterinnen und Förster der Landesforstverwaltung an den unteren Forstbehörden beraten Sie gerne, um Sie in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen.

Die Neufassung der Verwaltungsvorschrift Nachhaltige Waldwirtschaft (VwV NWW) resultiert einerseits aus den Änderungen des Rahmenplans der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK), der seit 2019 für den Förderbereich 5 "Forsten" geänderte Maßnahmengruppen und Maßnahmen vorsieht.

Andererseits aus dem Notfallplan Wald Baden-Württemberg, zur Unterstützung und Bewältigung der massiven klimabedingten Waldschäden. Der Notfallplan wurde am 19. Dezember 2019 offiziell vorgestellt.

Die VwV NWW setzt die Anforderungen des Novellierten Landeswaldgesetzes vom 21. Juni 2019 (GBl. S. 161, 162) um.

Die novellierte VwV NWW tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft (17.07.2020).

Ziel:

Ziel der Förderung ist die Bewältigung der durch Extremwetterereignisse, insbesondere Orkane oder Dürre, verursachten Folgen im Wald. Dies soll durch akute Waldschutzmaßnahmen und vorbeugende Maßnahmen zur Sicherung von Waldökosystemen sowie deren Wiederherstellung erreicht werden, um die Gewährleistung sämtlicher Waldfunktionen im Interesse der Allgemeinheit gemäß § 1 LWaldG sicherzustellen.

Mittelherkunft:

Bund, Land Baden-Württemberg.

Zuwendungsempfängerinnen/Zuwendungsempfänger:

Gefördert werden private und kommunale Waldbesitzende aus Baden-Württemberg ohne Einschränkung hinsichtlich der Waldbesitzgröße. Sollten Kleinprivatwaldbesitzende die Mindestförderbeträge (in der Regel 250 Euro) nicht erreichen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer gesammelten Antragstellung, zum Beispiel über einen Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss. Zuwendungsempfangende bei der Anlage von Holzlagerplätzen können natürliche oder juristische Personen des privaten Rechts und des öffentlichen Rechts sowie anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und denen gleichgestellte Zusammenschlüsse sein.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Bund und Länder sowie juristische Personen, deren Kapitalvermögen sich zu mindestens 25 % in den Händen der vorgenannten Institutionen befindet.

Förderfähige Maßnahmen, Teil F:

Als neuer Teil werden in die VwV NWW auf Grundlage des GAK-Rahmenplans neue Fördermaßnahmen für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aufgenommen.

Nummer 9.7, Aufarbeitung und waldschutzwirksame Bearbeitung von Schadholz

Die neue Fördermaßnahme „Aufarbeitung von Schadholz“ soll gewährt werden, sofern Holz aufgearbeitet und, falls notwendig, das bruttaugliche Restholz (Durchmesser <7 cm ohne Rinde) insektizidfrei und waldschutzwirksam beseitigt oder zerkleinert wird. Grundsätzlich sind dabei alle Baumarten förderfähig. Dazu zählen besonders Nadelbäume, die durch Käfer geschädigt sind, sowie angrenzende Bäume, die stark gefährdet sind, ebenfalls durch Käfer befallen zu werden. Nicht förderfähig ist in der Regel die Förderung der Aufarbeitung von Esche. Ausnahme: das Schadereignis lässt sich eindeutig der Folge von Extremwetterereignissen wie Sturm oder Dürre zuordnen – das derzeit regelmäßig auftretende Eschentriebsterben ist hiervon ausgenommen. Der Fördersatz beträgt 6 Euro je Fm ohne Rinde. Im Vergleich zur bisherigen VwV „Aufarbeitungshilfe 2019“ hat das MLR die Förderung um 3 Euro je Fm ohne Rinde angehoben.

Da die Aufarbeitung der Schadhölzer und die Räumung der Schadflächen im Rahmen des Waldschutzes und zur Wiederherstellung standortgerechter und klimaangepasster Waldbestände bereits ab dem Beginn des Jahres notwendig waren, wird die Auszahlung einer Aufarbeitungshilfe für das Jahr 2020 rückwirkend zum 01. Januar 2020 gewährt.

Die Fördermaßnahmen zur „Aufarbeitung von Schadholz von Teil F“ sind in der nachfolgenden Tabelle 1 dargestellt. Die Fördermaßnahme nach Nr. 9.7.1.1 „Aufarbeitung von Schadholz“ ist mit allen Fördermaßnahmen nach Nr. 9.7.1.2 bis 9.7.1.5 kombinierbar.

 

Fördervoraussetzungen:

Bei der Projektförderung nach Nummer 9.7 gilt allgemein:

  • Maßnahmen müssen nach anerkannten forstlichen Grundsätzen ausgeführt werden.
  • Grundsätzlich sollten Sie vor Beginn Ihrer forstlichen Maßnahme Kontakt mit Ihrer zuständigen unteren Forstbehörde aufnehmen und den Maßnahmenbeginn anzeigen (formlos).
  • Für die genannten Fördermaßnahmen kann der Verwendungsnachweis mit dem Förderantrag eingereicht werden, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung die Maßnahme komplett abgeschlossen ist. Mit Vorlage des Verwendungsnachweises ist eine forstfachliche Stellungnahme der oder des örtlich zuständigen Revierleitenden einzureichen.
  • Die Maßnahmen Entrinden und Hacken sind zuwendungsfähig im Zeitraum bis zum 1. Juni. Danach bedarf es einer fachlichen Einschätzung der Waldschutzwirksamkeit durch die Revierleitenden.
  • Nicht gefördert wird insbesondere der reguläre Holzeinschlag.

Weitere spezielle Fördervoraussetzungen sind in der Verwaltungsvorschrift enthalten oder werden im Beratungsgespräch mit der zuständigen unteren Forstbehörde mitgeteilt.

Weitere Fördermaßnahmen:

Die weiteren Fördermaßnahmen von Teil F sind in der nachfolgenden Tabelle 2 dargestellt.

 



Auch für die Maßnahmen 9.8, 9.9. und 9.11 ist die rückwirkende Antragstellung zum 01. Januar 2020 vorgesehen.

Ein wichtiger Bestandteil der neuen Fördermaßnahmen ist die Wiederherstellung von stabilen Laub- und Mischwaldbeständen nach Schadereignissen nach Nummer 9.10.

Sofern es die waldbauliche Situation zulässt, hat eine klimaanpassungsfähige Naturverjüngung hier Vorrang. Auch die Pflanzung spielt eine entscheidende Rolle, um diese Ziele möglichst schnell zu erreichen. Da die Pflanzung sowohl Zeit als auch Sorgfalt erfordert, sind bei dieser Fördermaßnahme die anfallenden Arbeitskosten ebenso förderfähig, wie die anfallenden Kosten für Saat- und Pflanzgut. Da die Durchführung einer mechanischen Kultursicherung auf diesen Flächen unverzichtbar ist, wird diese zweimalig innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Kulturbegründung gefördert. Zudem wird der Einsatz von Wuchshüllen bei der Pflanzung von Stiel- und Traubeneichen und besonders klimaangepasste Baumarten gefördert, da diese einen wirksamen Faktor zum Schutz der jungen Kultur darstellen. Schließlich ist auch die Bewässerung geförderter Kulturen förderfähig. Dies gilt im Jahr der Pflanzung, wie auch im ersten und zweiten Folgejahr (höchstens dreimal jährlich im Abstand von mindestens 6 Wochen, von März bis September; das Angebot kann erstmalig in 2021 beantragt werden).

Art und Höhe der Förderung:

  • Für die Fördermaßnahmen wurden der Einfachheit halber, wo immer möglich, Pauschalen hergeleitet. Diese gleichen im Durchschnitt 80 bis 90 % der anfallenden Kosten einer Maßnahme aus. Es gelten die maßnahmenspezifischen Zuwendungshöchstsätze bzw. Pauschalsätze.
    Mindestbewilligungsbetrag (weicht bei Maßnahme 9.11, Holzlagerplätze ab)
    • private Forstbetriebe bis 200 ha: 250 EUR
    • private und körperschaftliche Forstbetriebe bis 500 ha sowie forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse: 1.000 EUR
    • private und körperschaftliche Forstbetriebe über 500 ha: 2.500 EUR.



Die vollständige Beschreibung der förderfähigen Maßnahmen, Fördervoraussetzungen, Auflagen sowie Art und Höhe der Förderung entnehmen Sie bitte der Verwaltungsvorschrift Nachhaltige Waldwirtschaft
 

Antragsformular und Antragstellung:

Die Unterlagen für die Antragsstellung finden Sie bei den Schaltflächen rechts, hier im Förderwegweiser.

Das Antragsformular muss heruntergeladen und lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden, damit die Funktionalitäten vollumfänglich genutzt werden können. Für das Bearbeiten des Antragsformulars empfiehlt sich der Adobe Acrobat Reader. Zusätzlich ist zum leichteren Verständnis eine Ausfüllhilfe für das Antragsformular für Sie hinterlegt. Wir empfehlen Ihnen, diese Unterstützung beim Ausfüllen zu nutzen.

In der Forstlichen Förderung benötigt jede Antragstellerin und jeder Antragsteller eine Unternehmensnummer. Sofern Sie zum ersten Mal einen Förderantrag stellen, ist dieser bei Ihrer zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde zu beantragen. Das Formular ist ebenfalls im Förderwegweiser hinterlegt.

Für die Antragstellung wenden Sie sich an die zuständige untere Forstbehörde.

 

Stand: 16. Juli 2020

 

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